ÜBER DIE WICHTIGSTE PERSON IN MEINEM LEBEN

Es gab eine Zeit, etwa gegen Ende meiner Pubertät, da existierte es eine extrem wichtige Person in meinem Leben.

Diese Person war schnell geknickt, wenn es Kritik hagelte, heulte stundenlang wenn sie ihr damaliger Freund ‘mal versetzte, weil er lieber mit einem Kumpel, den er seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte, einen Männerabend machen wollte, fühlte sich persönlich angegriffen, wenn ihre beste Freundin keine Zeit hatte mit ihr ins Kino zu gehen und hätte ausflippen können, wenn ihr jemand auf eine (mehr oder weniger) wichtige SMS nicht gleich zurückschrieb.

Diese Person war ich.

„Wie kann man denn bitte so etwas mit MIR machen?!“ lautete eine zu dieser Zeit oft gestellte Frage an mich selbst, die wie Neonreklame in meinem Kopf aufleuchtete. Immerhin war ich es doch – die, die immer für alle Zeit hatte, mit der man Pferde stehlen konnte und die sofort aufopferungsvoll zur Seite stand, wenn jemand Rat brauchte.

Fürsorglich und herzensgut hätte ich mich damals beschrieben. Egoistisch würde ich es heute nennen.

Die Lernphase: Ich bin nicht der Mittelpunkt dieser Welt

Mit den Jahren habe ich gelernt, mir nicht mehr alles so sehr zu Herzen zu nehmen. Ich bin nicht besser oder wichtiger als irgendjemand anders.

Kritik kann einem helfen, weiterzukommen – einen richtigen und wichtigen, vielleicht zuvor noch gar nicht bedachten Schritt zu machen. Sie ist nicht immer ein Angriff gegen mich als Person, gegen meinen Charakter. Manchmal kommt sie auch einfach von Menschen, die es gut mit einem meinen, bei denen wirklich die Intention dahintersteckt, behilflich zu sein, etwas zu verbessern.

Dein Freund liebt dich trotzdem – auch wenn er sich einmal dazu entschließt, doch etwas mit einer anderen, für ihn ebenfalls wichtigen Person zu unternehmen. Nur weil jemand keine Zeit oder Lust hat, in’s Kino zu gehen, kann man trotzdem ganz dick befreundet sein. Und wer auf eine Nachricht nicht innerhalb weniger Minuten antwortet – nun ja, der schaut entweder momentan nicht auf sein Smartphone oder hat schlicht und ergreifend keine Lust zu antworten.

Das hat manchmal gar nichts zu bedeuten, oft absolut nichts mit Dir als Person zu tun und die Welt geht deshalb auch nicht unter. Ab und zu kann man einfach innehalten, ab und zu darf man einfach schwach sein, sich ausruhen, sich keine Gedanken machen, die Seele baumeln lassen, sich erholen. Je weniger angespannt man ist, weil  man sich „für unentbehrlich hält”, desto leichter kann man neue Kraft tanken und wieder für sich und Andere da sein.

Me-Time: Auch Zeit für sich zu haben kann man genießen

Was ich außerdem im Zuge dessen gelernt habe: Ich kann auch ‘mal mit mir alleine sein. Ich muss nicht sofort in ein tiefes Loch fallen, wenn sich niemand findet, der etwas mit mir unternehmen möchte. Es ist möglich, sich mit sich selbst zu beschäftigen. So gesehen bin ich mir immer noch sehr wichtig. Aber auf eine andere Art und Weise.

Probier’s mal mit Gemütlichkeit – Kleiner Spruch mit großer Wirkung

Fazit: Wer sich nicht zu ernst nimmt, nicht alles zu nahe an sich heranlässt, Sachen manchmal einfach so nimmt, wie sie kommen, der geht leichter durch’s Leben.

Die bösen Worte, die der Chef an einen gerichtet hat, sind häufig eigentlich kein Angriff gegen einen selbst, sondern eventuell einfach die noch aufgestaute Wut vom Streit mit seiner Frau am Vortag. Der hübsche Typ, den man letzten Samstag auf der Party kennengelernt hat, wird sich schon noch melden. Oder auch nicht. Das hat aber dann vielleicht gar nichts mit einem selbst zu tun – vielleicht hat er momentan einfach keine Lust auf etwas Ernstes.

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  • Ein toller Beitrag!! Ich finde mich da ein wenig wieder! Ich konnte es auch nie verstehen, wenn ich mak versetzt wurde, weil mein Freund auch mal was mit Kumpels machen möchte.
    Mittlerweile weiß ich, dass auch Zeit mit Freunden und Freundinnen nicht zu kurz kommen darf – für beide.

  • Schön geschrieben! Es kann aber auch nerven, wenn man selbst immer mehr gibt als die anderen. Zu genau darf man es aber auch nicht nehmen, da hast du absolut recht 🙂 Der Look is übrigens super schön und locker sommerlich!

    Liebe Grüße,
    Malin |Spark&Bark

  • Ein schöner Post, vor allem ein sehr wichtiger.
    Zu sich selbst finden liest sich oft wie eine abgedroschene Phrase – und ist doch so wichtig.
    Liebe Grüße, Katrin

  • Liebe Eva Maria,

    …mhhh…ich kenne solche Gedanken auch, aber je älter man wird, desto mehr beginnt man sein eigenes Verhalten zu hinterfragen. Obwohl, wenn ich ehrlich bin … manche Dinge ändern sich auch nicht 😉 …

    schöner Blogpost – sehr gelungen!
    Liebe Grüße
    Verena

  • Sehr schöner Text und ich finde es klasse, dass du selbst zugeben kannst früher ab und an mal überreagiert zu haben. Das kann definitiv nicht jeder! Auch wenn es vielleicht wurmt, dass man nun doch alleine zu Hause sitzen muss, am Ende hast du so recht damit, eine gewonnene “Me-Time” zu geniessen.

    Liebe Grüße, Milli
    (http://www.millilovesfashion.de)

  • Das sind wundervolle Worte, die du geschrieben hast. Eigentlich ist es viel zu schade, dass wir im Leben zu wenig Zeit mit “uns selbst” verbringen. Das versuche ich mehr und mehr einzubringen indem ich Laufschuhe schnuere und nur fuer mich da bin!

    Liebe Grüße,
    Alexandra.

  • Beim Lesen sind mir doch glatt ein paar Erinnerungen an mich selbst in den Sinn gekommen. Ich glaube jeder hat mal so seine Phasen (insbesondere zwischen 14 und 16) in denen man sich aus unerklärlichen Gründen ungerecht behandelt fühlt und sich selbst irgendwie zu wichtig nimmt. Ich kann mich auf jeden Fall genau daran erinnern, dass bei mir auch so war, wie du es beschreibst 😉
    Viele liebe Grüße
    Julia

  • Das ist so ein schöner Post und ich mag deine positive, lebensfrohe Art die Beitrag und Bilder ausstrahlen 😀
    Die Erfahrung kommt halt eben mit dem Alter 😉
    Aber ich finde es auch schade, dass wir so wenig Zeit mit UNS SELBER nehmen.

    alles Liebe deine Amely Rose schau dir gerne meinen London Vlog an

  • Hallo! Ein richtiger schöner Beitrag, finde ich. Außerdem ist es richtig klasse, das du selber die wichtigste Person in deinem Leben bist. Ich glaube, viele können das nicht. Über sich selbst nachdenken, sich selber mögen und sich selber mit Freude zu versorgen.
    Deine schönen Worte haben mich zum nachdenken angeregt.
    Vielen dank,
    Hanna
    P.s. Wenn du willst schau doch auf meinem noch jungen Blog http://www.ourgreensmile.de vorbei :D.