KLEINE GEWÜRZKUNDE: CHILI BIS KURKUMA

Ich verwende sie tagtäglich – lange Zeit ohne einen Gedanken daran verschwendet zu haben, was eigentlich in ihnen steckt und was sie können.

Wovon ich spreche? Von Gewürzen – von denen ich mittlerweile weiß, dass sie kleine Superhelden sind und voller essentieller Nährstoffe für unsere Gesundheit stecken. Seit unserem Urlaub in Sri Lanka, während dem ich mich durch die gesamte Palette an exotischen Gewürzen kosten konnte, befasse ich mich neben dem Geschmack auch immer öfter mit dem Nutzen der von mir verwendeten Gewürze.

Wenn es euch ähnlich geht und auch ihr euch bis jetzt eher selten gefragt habt, welche Wirkkraft Gewürze haben – dann lest schnell weiter! In diesem Beitrag erfahrt ihr alles Wissenswerte über Chili, Curry, Kardamom und Kurkuma!

Chili – Kleine, feurige Pflanze mit großer Wirkung

Schon von Ureinwohnern Amerikas wurde Chili als Therapie bei Zahnschmerzen oder Arthrose genutzt. Heute finden sich Chilis im medizinischen Bereich vor allem in Wärmepflastern zur Linderung von rheumatischen Schmerzen, sowie bei Hexenschuss oder Verspannungen.

Chili wird bekanntlich aber nicht nur zur Linderung von Schmerzen verwendet – viel größere Bedeutung hat die Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse, in der Küche. Bei zahlreichen heimischen und exotischen Gerichten sind die scharfen Chilis oder andere, mildere Vertreter, sowohl als Gemüse als eben als Gewürz nicht mehr wegzudenken.

Wenn wir Chili zu uns nehmen, werden vom Körper in hohem Maße sogenannte Katecholamine (z.B. Dopamin und Adrenalin) ausgeschüttet. Diese Katecholamine sind zudem der Grund, weshalb es uns beim Verzehr von scharfen Mahlzeiten plötzlich warm wird und wir häufig zu schwitzen beginnen. Dieses Wärmegefühl und das Schwitzen sind jedoch positive Signale: Es bedeutet, dass unser Stoffwechsel angeregt wird und mehr Kalorien verbrennt.

Auch Diabetiker haben Grund zur Freude. Der Verzehr von Chili verbessert nachweislich die Sensitivität zu Insulin. Auf diese Weise können die Blutzucker- und Blutfettwerte durch regelmäßigen Chilikonsum verbessert werden.

Chili wirkt zudem schmerzsenkend: Durch die stark entzündungssenkende Eigenschaft des im Chili enthaltenen Stoffes Capsaicin kann Chili bei allen Arten von Entzündungserkrankungen bzw. Erkrankungen mit entzündlichen Vorgängen eingesetzt werden- wie etwa bei Krebs, Arthrose, Rheuma, MS oder auch nach anstrengenden Sporteinheiten.

Curry – Die Gewürzmischung, die es in sich hat

Curry ist kein reines Gewürz, sondern eine Gewürzmischung. Sie hat ihren Ursprung in Indien und besteht aus einer Vielzahl von Einzelgewürzen. Daraus entstehen die unterschiedlichsten Curry-Rezepturen.

Zu den wichtigsten und bekanntesten Curry-Inhaltsstoffen gehören Kurkuma, Pfeffer, Chili, Koriander, Kreuzkümmel sowie der Bockshornklee. Außerdem werden weitere Gewürze in geringeren Mengen beigemischt. Dazu zählen z.B. Gewürznelke, Zimt, Muskatnuss, Knoblauch, Ingwer oder Kardamom.

Jeder Koch in Indien, sei es als Privatperson am eigenen Herd oder in einem Restaurant, entwickelt seine persönliche Curry-Mischung – die Kombinationsmöglichkeiten sind als nahezu unendlich.

Abhängig von den Eigenschaften der jeweils für das Curry gewählten Einzelzutaten, hat die Gewürzmischung neben dem leckeren exotischen Geschmack zudem noch einen Nutzen für unsere Gesundheit. Je nach erwünschter Wirkung und Geschmack kann also jeder und jede sein bzw. ihr individuelles Curry zusammenstellen.

Kurkuma – Eines der bedeutendsten Pflanzenheilmittel weltweit

Kurkuma, auch genannt Gelbwurz, stammt ursprünglich ebenfalls aus Indien. Die alten Römer gaben dem Gewürz der Farbe wegen den Namen “gelber Safran” – dabei besteht geschmacklich ein gravierender Unterschied. Kurkuma gehört botanisch gesehen übrigens zur Familie der Ingwergewächsen.

Gelbwurz bzw. Kurkuma ist bitter und auch ein wenig scharf, ähnlich wie der verwandte Ingwer. Frisch riecht die Wurzel sehr aromatisch und schmeckt leicht brennend, im getrockneten Zustand entwickelt sich ein würziges Aroma.

Kurkuma wird in den Küchen der Welt nur in gemahlenem Zustand verarbeitet.  Es findet sich unter anderem in Currypulver sowie Worcestersaucen und passt in asiatische Gemüsepfannen genauso gut wie in exotische Couscous-Salate. Eiweißreiche Speisen können mit Kurkuma gewürzt werden, um sie damit leichter verdaulich zu machen.

Tipp: Kurkuma eignet sich aufgrund seiner starken Färbewirkung sogar dafür, Textilien zu färben, kann jedoch bei der Reinigung von Küchengeräten ziemlich nervig werden. Das exzessive Schrubben ist jedoch eigentlich gar nicht notwendig: Der enthaltene Farbstoff ist nicht lichtecht und verblasst er nach etwa einer Stunde im direkten Sonnenlicht zur Gänze von selbst.

Kurkuma hat wie schon erwähnt eine verdauungsfördernde Wirkung. Zudem weisen die gelben Pigmente, allen voran Curcumin, krebs- und entzündungshemmende Wirkungen auf.

Bei akuten Mandelentzündungen oder sonstigen Entzündungen im Halsbereich kann man mit Kurkuma gurgeln – dazu einfach je zwei Fingerspitzen Kurkuma und Salz in ein Glas heißes Wasser geben und den Mund damit etwa eine Minute lang spülen.

Kardamom – Heilkraft aus der ayurvedischen Küche

Kardamom gehört ebenfalls der Familie der Ingwergewächse an. Schon den alten Römer waren die aromatischen Kardamomsamen bekannt – sie verwendeten sie als Würze für zahlreiche traditionelle Speisen und auch zum Brotbacken. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Indien und findet ihre Haupteinsatzgebiete in der ayurvedischen Küche und der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM).

Das vielseitige Gewürz harmoniert bestens mit süßen Früchten wie Feigen, Datteln und Erdbeeren. Eine Vielzahl an Backwaren verdankt Kardamom ihren charakteristischen Geschmack. Aber auch pikante Speisen wie Reispfannen, Chutneys und Currygerichte bekommen mit Kardamom ihre ganz besondere, unverwechselbare Note.

Kardamom lässt sich jedoch nicht nur als Gewürz verwenden, vielmehr ist es auch ein altbewährtes Hausmittel. Seit Jahrtausenden wird Kardamom gegen alle möglichen Arten von Alltagskrankheiten eingesetzt.

Die Wirkkraft der Pflanze kommt aus ihren Samen, diese enthalten viele besonders wertvolle Nährstoffe, darunter Borneo, Myrcen, Limonen, Eisen und Kampfer. Einige davon wirken antibakteriell und auf natürliche Art und Weise krampflösend, zudem lösen sie Schleim, was bei Erkältungskrankheiten hilfreich sein kann und regen die Durchblutung an.

Der gesamte menschliche Organismus profitiert also von Gewürzen – nicht nur unser Gaumen.

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