WILLKOMMEN BJARKI: DIE ERSTEN WOCHEN MIT WELPE

Tiere waren immer schon ein fester Bestandteil meines Lebens – in Tirol hatten wir seit ich denken kann Katzen, mein Vater ist auf einem Bergbauernhof mit allerlei Getier aufgewachsen – auf die Besuche dort freute ich mich jedes Mal ganz besonders – und dass ich die ersten Jahre meines Lebens in einem ländlichen Dorf mit mehr Kühen als Einwohnern verbracht habe, tat wohl sein Übriges dazu.

Seit geraumer Zeit darf ich mich nun der Aufgabe widmen, selbst Hundemami zu sein. Und die ist superschön – hat es aber auch in sich.

Unser neues Familienmitglied: Bjarki

Als frisch gebackene Hundeeltern eines Magyar Vizsla-Deutsch Kurzhaar-Mischlings standen mein Freund und ich natürlich erst einmal vor der großen Frage: Wie nennen wir den kleinen Racker denn nun? Wir wollten keinen “Standardnamen” wie etwa Bruno, dennoch sollte er kurz und leicht zu rufen sein. Und natürlich das Wichtigste: Zu unserem Kleinen passen.

Da wir beide große Islandfans sind und ich sowieso ein Faible für nordisch klingende Namen habe, fiel unsere Wahl schließlich auf Bjarki – das bedeutet in etwa so viel wie “kleiner Bär”.

Auf der Suche nach dem zu uns passenden Wauwau

Warum wir uns genau für diesen schokofarbenen Welpen entschieden haben? Nun, die Geschichte beginnt vor etwa einem Jahr, als mein Freund und ich das erste Mal mit dem Gedanken gespielt haben, unser Leben durch einen bellenden vierbeinigen Gefährten zu bereichern. Nach einiger Diskussion über Größe, Aktivitätslevel, etc. kamen wir überein, dass es keinesfalls ein Schoßhündchen sein sollte – als sportliches, naturliebendes Paar wünschten wir uns einen Hund, der ebendiese Leidenschaft mit uns teilen würde.

Seitdem stöberte ich durch diverse Tierschutzseiten im Internet, las Annoncen in der Zeitung und checkte alle möglichen Kleinanzeigenportale.

Hierzu ein wichtiger Hinweis: Bitte, bitte, bitte, achtet beim Hundekauf bzw. der Adoption über das  Internet immer darauf, ob der Anbieter seriös ist. Nicht selten werden Welpen als kerngesund angepriesen, dabei stammen sie von Hinterhofvermehrern ohne Züchtergenehmigung, die die bedauernswerten Hundemütter als “Geburtsmaschinen” missbrauchen und wahnsinnig schlecht behandeln. Mehr zu dieser Problematik erfahrt ihr hier. Hunde sind hochintelligente, sensible Lebewesen und eignen sich nicht als schnelles, günstiges Geburtstagsgeschenk für Kinder. ALSO: Augen auf beim Welpenkauf!

Von einigen Tierschutzorganisationen, für deren Hunde ich mich interessiert hätte, erhielt ich leider keine Antwort bzw. häufig auch eine Absage – oftmals mit der Begründung, als Studentin wäre man noch nicht gefestigt genug, einem Hund ein artgerechtes Leben zu bieten.

Ich finde es natürlich super, dass so sehr auf das Wohl der Tiere geachtet wird, dennoch bin ich der Ansicht, dass man “Student” nicht pauschalisieren kann. Ich gehe nicht mehr auf Parties, bin viel in der Natur, habe dank meines Studiums und flexiblen Jobs genügend Zeit und lebe seit vielen Jahren in einer festen Beziehung.

Nach einigen Enttäuschungen gab ich meine Suche nach dem passenden Vierbeiner für eine Zeit lang auf, um schon bald darauf auf Facebook zufällig über einen Beitrag in einer “Tiere suchen ein Zuhause”-Gruppe zu stolpern: 5 schokobraune, kurzhaarige Mischlingswelpen mit süßen Schlappohren waren auf dem Foto zu sehen – und ich sofort hin und weg. Es stellte sich schließlich heraus, dass die Kleinen das Resultat eines “Unfalls”, also eines ungeplanten Wurfs, waren.

Da ich mich Hals über Kopf verliebt hatte, vereinbarten wir gleich ein erstes Kennenlernen – und dort war es dann wirklich um uns geschehen. 5 Paar kleine, treuherzige Knopfaugen blickten uns neugierig an – eines davon ganz besonders intensiv. Bjarki hat uns bzw. meinen Freund also quasi “ausgewählt” 😉 Außerdem war er während unserer Besuche der ruhigste und am wenigsten Beißfreudige (was sich mittlerweile aber wieder geändert hat, schließlich hat er nun herausgefunden, dass wir ihn trotz allerlei Schabernack lieb haben).

Die erste Zeit mit einem Welpen

So war also irgendwann der Tag gekommen, an dem Bjarki in sein neues Zuhause umziehen sollte. Die ersten Tage ohne seine Geschwister waren natürlich von einigem Weinen und Winseln begleitet – mittlerweile hat er sich aber gut eingelebt und fühlt sich pudelwohl bei uns.

Wie es uns Beiden, also meinem Freund und mir, während dieser ersten Eingewöhnungsphase ergangen ist?

Ich gestehe: Trotz Hundeerfahrung war und bin ich manchmal der völligen Verzweiflung nahe. Anfangs ist alles noch neu, man kennt sich kaum, kann die Hundesprache nicht zu 100% deuten und hat wahnsinnige Angst, etwas falsch zu machen. Da recherchiert man vor dem Einzug des Kleinen nach allen möglichen Erziehungsmethoden, findet die vermeintlich für einen selbst plausibelste, liest nach, schaut DVDs, fühlt sich perfekt vorbereitet – um dann alles wieder über den Haufen zu werfen. Denn leider verhält sich das eigene Wuffi trotz aller Konsequenz und Motivation unerklärlicherweise gar nicht so, wie es in den Videos oder Büchern erklärt wurde. Jeder Hund ist eben individuell, die eine einzige Trainigsmethode, die für alle perfekt geeignet ist, gibt es nicht.

Da heißt es dann erstmal cool bleiben! Und glaubt mir: Nach diesen intensiven Wochen kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass das die wichtigste Regel ist. Die nötige Portion Gelassenheit und Konsequenz sind der Schlüssel zum Erfolg. Wenn man z.B. an einem Tag freudig denkt, eine Unart wäre aus dem Weg geräumt – so sei euch versichert: Am nächsten Tag hat sich der pfiffige Vierbeiner bestimmt schon eine neue Überraschung überlegt, die einen zur Weißglut treiben könnte.

Besonders empfehlenswert bzw. dringend nötig: Alle Teppiche für einige Monate verbannen – kleine, scharfe Piranha- bzw. Welpen-Zähne machen sich gerne an ihnen zu schaffen, außerdem eignet sich so ein Teppich besonders gut für die hündische Notdurft – der Asphalt draußen ist schließlich viel zu kalt 😉

Ebenfalls sollte alles, was für das nichtahnende verspielte Baby gefährlich werden könnte, schnellstmöglich aus seinem Wirkungsbereich entfernt werden – seien es freiliegende Kabel, Lebensmittel, die für Hunde giftig sein können (mehr dazu hier) oder andere Gegenstände, die der Welpe verschlucken könnte. Möbel und sonstige Habseligkeiten, die teuer sind oder euch besonders am Herzen liegen, haben in der Nähe des Kleinen auch nichts verloren – er kann schließlich noch nicht unterscheiden, was er anknabbern darf und was nicht.

Stubenreinheitstraining, Ruhe lernen und Co. – worauf ihr achten solltet

Da Bjarki von seiner Vorbesitzerin leider noch in keinster Weise das Thema Stubenreinheitstraining näher gebracht wurde, begann also die ganze Arbeit erst bei uns Zuhause. Die ersten Tage passierte das Geschäft natürlich durchwegs drinnen, immerhin hatte er es nicht anders gelernt.

Wir bemühten uns aber sehr, ihn so oft wie möglich nach unten zu bringen – pauschal kann man sagen, immer gleich nach dem Essen, Schlafen und Spielen, sowie jede Stunde einmal, wenn er wach ist. Sogar als mein Freund und ich in den ersten Tagen nach Bjarkis Ankunft beide krank wurden, ließen wir das Training nicht schleifen.

Mittlerweile sind wir so weit, dass wir relativ gut deuten können, wann er ‘rausmuss – natürlich passiert auch noch das ein oder andere Malheur. Ich würde aber behaupten, wir haben hier schon ziemlich gute Arbeit geleistet.

Ein anderes wichtiges Thema war und ist der Schlaf. Bjarki ist ein hibbeliger, neugieriger Hund, der am liebsten den ganzen Tag alles erkunden bzw. spielen würde – und dabei ganz auf seinen für Welpen enorm wichtigen Schlaf bzw. die Ruhezeiten vergisst. Daher verordnen wir ihm nun seine Ruhe – klingt ein wenig hart, muss aber sein.

Hunde in diesem Alter haben viele Sinneseindrücke zu verarbeiten und dies gelingt eben nur, wenn sie auch genug Schlaf bekommen. Zusätzlich sind die Ruhezeiten wichtig für seine weitere Entwicklung und sein zukünftiges Leben als ausgewachsener Rüde – wenn er bis dahin nicht gelernt hat, selbst zur Ruhe zu kommen, gestaltet sich das Zusammenleben viel schwerer und  weniger entspannt.

Zum Alleinebleiben: Natürlich darf man einen wenige Monate alten Welpen noch nicht stundenlang sich selbst überlassen – trotzdem ist es sehr empfehlenswert, in diesem Alter schon mit dem Üben zu beginnen. Dabei lässt man den Kleinen zu Beginn nur wenige Sekunden im Raum alleine, später schließt man dann die Tür und bleibt vielleicht ‘mal für eine Minute weg. Wenn er sich ruhig verhält, kommt man ganz unspektakulär wieder in den Raum. Das kann man nach und nach ausweiten und schließlich dazu übergehen, z.B. den Müll ‘runterzubringen oder eine Runde um den Block zu gehen. Beim Kommen und Gehen beachtet man den Kleinen am Besten nicht allzu viel, schließlich soll kurzes Alleinsein etwas Normales, Alltägliches werden, das nicht von übertriebenen Verabschiedungsritualen o.Ä. abhängig ist.

Besonders empfehlen kann ich euch für alle möglichen auftretenden Problemchen mit dem neuen Familienmitglied die Website welpenerziehung24.de. Die Betreiberin Claudia Hußmann gibt viele nützliche Tipps zum Alltag mit Hunden, der ersten Zeit mit dem neuen Welpen, der Erziehung mit positiver Verstärkung, etc.

Auch seine erste Trainingseinheit in der Welpenschule hat Bjarki übrigens schon hinter sich – darüber erfahrt ihr dann in einem der nächsten Beiträge mehr 🙂

Die erste Zeit mit Hund – Ein kurzes Fazit

Abschließend kann ich sagen: Die ersten Wochen mit einem Welpen sind anstrengend, kräftezehrend, aufreibend, aber trotz Allem wunderschön, voller Liebe und eine ganz besonders intensive Zeit. Ich will es nicht schönreden, natürlich steckt viel Zeit und Arbeit in der Erziehung eines jungen Hundes – aber ich habe mich selten so lebendig und aktiv gefühlt.

Ich möchte unseren kleinen Racker nicht mehr missen und hoffe, euch hat dieser Beitrag gefallen. Wenn ihr in nächster Zeit mehr Bjarki auf dem Blog sehen wollt, gebt mir gerne in den Kommentaren Bescheid!

Foto-Credit: Daniel Wolf

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  • Ahhh so süß! Man sieht den Vizsla stark durch – sieht wirklich aus wie meine Mia nur eben in dunkelbraun! 🙂

    Wünsche dir ganz viel Spaß – Hunde gehören wirklich zu den besten Dingen der Welt!

    xx
    Kat

    • Herzlichen Dank! Er sieht wirklich zauberhaft aus, außerdem hat er die bernsteinfarbenen Augen der Vizsla, das sieht auch klasse aus 😉
      Hunde sind echt so super! 😀

      Alles Liebe :-*

  • Liebe Eva!

    Was für ein wunderschöner Bericht – ich freue mich sehr für euch und euren kleinen neuen Weggefährten! Und ich hoffe, ihr habt eine lange und tolle Zeit zusammen! 🙂

    Mr. Grünzeug und ich träumen auch schon lange von einem vierbeinigen Freund, aber bei uns sieht die aktuelle Lage leider wirklich noch einigermaßen unsicher und unstet aus, sodass wir das noch keinem Hund zumuten möchten und erst einmal warten, bis sich unsere Lebensumstände normalisiert haben.
    Bis dahin würde ich mich sehr über weitere Artikel zum Thema freuen!
    (Die Fotos sind ganz wunderbar geworden!)

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Danke liebe Jenni! Ich freue mich schon sehr auf unsere gemeinsamen Jahre und werde euch gerne mit Fotos und Beiträgen auf dem Laufenden halten 🙂
      Ich hoffe sehr, dass eure Lebensumstände es in naher Zunkunft zulassen, einem kleinen Vierbeiner ein Zuhause zu schenken!

      Liebe Grüße, Eva

  • Die Bilder sind ja so schön! Da geht einem das Herz auf! Ich hatte auch furchtbar gerne einen Hund. Im Moment habe ich aber keine Zeit dafür und so bin ich froh, dass ich manchmal den Hund meiner Schwester habe. Den kann ich wieder abgeben, wenn es zeitlich mal eng ist.

    • Oh du bist soo lieb! Es wird bestimmt der richtige Zeitpunkt kommen, an dem auch du für einen eigenen Hund bereit bist – und so wie die Situation jetzt ist, ist es doch e total super 😀

      Alles Liebe, Eva

  • So ein wunderschöner Hund! Gratulation zu dieser Entscheidung, sie wird sich sicherlich als eine der besten herausstellen 🙂 habe meinen kleinen Hugo auch während des Studiums adoptiert – mittlerweile ist er ein charakterfester Bürohund. Habe jedoch ähnliche Erfahrungen mit Tierschutzorganisationen gemacht. Falls ihr mal einen Jagdhund Spielgefährten sucht freuen wir uns natürlich!

    • Tausend Dank liebe Julia! Ich bin mir sicher, dass es eine gute Entscheidung war und freue mich schon so auf unsere weitere gemeinsame Zeit. Freut mich, dass euer Hugo sich so gut entwickelt hat. Was ist er denn für eine Rasse? Und woher kommt ihr denn? Wir treffen uns natürlich gern zum Spielen 🙂

  • Meine Güte, ist der süß! Ich möchte ihn direkt knuddeln! ♥
    Wir haben unsere Emma jetzt gute 5 Monate und ich könnte nicht mehr ohne sie! Sie ist so lieb und schlau. Sie bringt mich jeden Tag zum Lachen.

    LG Lary

    • Liebe Lary, das klingt so super, Emma ist also ein wichtiger Bestandteil eures Lebens geworden – die Glückliche 😀 Ich wünsche euch noch eine wunderschöne Zeit zusammen!

      Liebe Grüße, Eva

  • Awwwww.
    So ein süßer kleiner Racker.
    Ich freue mich riesig für dich!!!!

    Hatte gerade nur vier Tage den kleinen einer Freundin – 5 Monate.
    Unglaublich wie viel Aufmerksamkeit und Zeit so ein Hündchen braucht.

    Aber ist halt auch was anderes, wenn es der eigene ist 🙂

    Hoffe ich lerne den Kleinen mal kennen.
    Hab auch meinen immer wieder in den kommenden Wochen – vl gehen wir mal gemeinsam raus? 🙂

    Liebst,
    AMina

  • Aww so ein süßer Wauzi! *-* Die Bilder sind richtig, richtig schön geworden!
    Meine beste Freundin hat sich auch gerade einen Welpen geholt und der kleine Racker hält sie ganz schön auf Trapp. Und noch ist er klein, aber er wird schon bald ordentlich groß sein. 😀
    Wie groß soll denn eurer werden?
    Ganz liebe Grüße, Leni
    http://www.theblondejourney.com/

  • Die Fotos sind so süß! Ich liebe die Tiere über alles! Ich würde so gerne einen Hund haben, leider kriege ich in München vom Tierheim nur Absagen. Es ist sehr schwierig, ein Tier aus dem Tierheim zu holen.
    LG, Marina