LESS IS MORE: CAPSULE WARDROBE

Less is more – ein Motto, das mir seit meinem Umstieg auf faire Mode immer häufiger begegnet. Kürzlich bin ich, passend zum Thema, auf einen sehr informativen Artikel auf Jennis lesenswertem Nachhaltigkeits-Blog “Mehr als Grünzeug”, gestoßen.

Jenni befasst sich darin mit der nicht so einfach zu beantwortenden Frage: Capsule Wardrobe – Wie viel Kleidung brauche ich eigentlich?

Sie bezieht dabei auch die Empfehlung von Caroline von “unfancy” mit ein: Diese spricht sich für 37 Teile pro Saison als perfekte Capsule Wardrobe aus. Grob gesagt kann man davon ausgehen, dass unter dem Begriff “Capsule Wardrobe” Folgendes verstanden wird:

Oberteile, Hose, Kleider, Röcke, Jacken und Mäntel, sowie Schuhe.

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Außerhalb dieses “Capsule Wardrobe Bereiches” finden sich dann also Schmuck, Sportbekleidung, Bademode, Unterwäsche und Schlafsachen.

Die ein oder andere wird sich jetzt die Frage stellen: 37 Teile pro Saison sind doch ohnehin recht viel Kleidung?

Dieser Gedanke ist einerseits berechtigt, andererseits war ich auch dieser Ansicht, als ich das erste Mal davon gelesen habe. Total motiviert und zu 100% der Überzeugung, dass ich schon längst viel minimalistischer lebe (als diese 37 Teile pro Saison), leerte ich meinen kompletten Kleiderschrank und begann zu sortieren. Sommerkleider, Röcke, Shorts, Tops, Sandalen und Hüte in die eine Ecke, Wintermäntel, Strickpullover und Stiefel in die andere. Und dann noch Übergangsjacken, leichtere Sweater und Blusen – als ich mit dem Zählen begann, wurde mir schnell bewusst: Das ist zu viel und das Meiste davon sind ohnehin Schrankleichen, Überbleibsel aus Zeiten, in denen noch die Shoppingsucht in mir wütete.

Kopfschüttelnd über mein früheres Verhalten habe ich also den Entschluss gefasst: Es wird ausgemistet. Und zwar so richtig.

Bevor ich mich jedoch an dieses, überspitzt ausgedrückt, “Mammut-Projekt” gewagt habe, wollte ich mich noch einmal versichern, welcher Stil mir wirklich gefällt. Ich durchforstete also alle möglichen Fashion-Blogs, Pinterest, Instagram, Onlineshops, etc. – bis ich zu dem Entschluss kam: Je simpler und hochwertiger, desto mehr sagt es mir in der Realität zu.

Es gilt also:

Finde eine Stilrichtung, in der du dich jeden Tag, egal zu welchem Anlass, wohlfühlen würdest.

In meinem Falle ist das: Jeans oder locker fallende Hose mit engem Bund unten, schlichtes Shirt, Sneakers oder schwarze Stiefletten, Umhängetasche oder Rucksack und je nach Wetter ein hochwertiger Mantel.

Bei dir kann das natürlich auch Bluse mit Rock, Ballerinas und Bomberjacke sein. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Es geht hierbei eher darum, sich ein Grundgerüst an Kleidungsstücken aufzubauen, mit denen man problemlos verschiedene Outfits kombinieren kann – ohne stundenlang mit einem Fragezeichen über dem Kopf vor dem Kleiderschrank zu verbringen.

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Eine weitere wichtige Frage, die man sich stellen sollte: Passen die Artikel in meinem Kleiderschrank zu meinen Aktivitäten?

Wer täglich von zuhause aus arbeitet, wird wohl in den seltensten Fällen ein schickes Kostüm tragen, wer einmal im Jahr einen Ball besucht, der kommt meist auch ohne große Menge an Abendkleidung aus und wer im Alltag ausschließlich Sneakers trägt, dem werden hohe Hacken nicht fehlen – ihr merkt bestimmt worauf ich hinauswill: Es macht wenig Sinn, sich Kleidung nur deshalb zuzulegen, weil man sie “vielleicht irgendwann einmal benötigen wird”. Diesem Irrglauben bin auch ich lange Zeit aufgesessen – das Ergebnis war ein überquellender Kleiderschrank voller Schrankleichen und trotzdem nichts anzuziehen (mehr dazu hier). Auch dieser Punkt ist also sehr wichtig auf deinem Weg zu einer minimalistischeren Garderobe:

Kaufe etwas nicht ausschließlich deshalb, weil es dir gefällt oder du es eventuell irgendwann einmal tragen wirst.

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Wenn man dann einmal knallhart ausgemistet hat, sich damit auseinandergesetzt hat, was einem gefällt und was man wirklich benötigt, folgt der (für mich) schwerste Schritt:

Den Kleiderschrank regelmäßig ausmisten, um ihn übersichtlich zu halten. 

Warum dieser Punkt für mich so schwierig ist? Das ist einfach zu beantworten: Ich bin viel zu emotional. Jedes Teil hat eine Bedeutung für mich, an jedem Stück haftet eine bestimmte Erinnerung. Hier muss ich besonders radikal sein: Wenn ich der Ansicht bin, dass ein Teil nicht mehr zeitgemäß ist oder ich es schlichtweg nie mehr tragen werde – dann ab in einen Sack damit, zuschnüren und (sobald wie möglich) vergessen. Aus den Augen aus dem Sinn also.

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Durch dieses regelmäßige Überdenken seiner Capsule Wardrobe verhindert man, wieder zu viel anzuhäufen und erneut den Überblick zu verlieren. Eine interessante “Regel” erwähnt auch Jenni in ihrem Post: Für jedes neue Kleidungsstück, das dazukommt, muss ein altes raus aus dem Kleiderschrank. Nie mehr rein als raus also.

Außerdem führe ich eine Liste auf meinem Handy, in der sich alle Kleidungsstücke finden, aus denen meine Garderobe zurzeit besteht – hilft auch ungemein, um eine bessere Übersicht zu bewahren.

Ich hoffe, diese Gedanken konnten ein wenig helfen, wenn es darum geht, sich eine Capsule-Wardrobe aufzubauen. Die Fotos in diesem Beitrag zeigen übrigens, wie so ein Outfit, das ich aus meiner reduzierten Garderobe zusammengestellt habe, aussieht.

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Wieder einmal vielen Dank an den lieben Daniel für das gelungene Shooting!


OUTFIT DETAILS:

shirt: here via People Tree UK (People Tree is one of the most established brands in the fair fashion Segment, using organic Fairtrade cotton, ethically correct produced in India)

pants: here via Kings of Indigo (produced under fair conditions – member of the FairWearFoundation, using susatinable materials like organic cotton)

sandals: here via Birkenstock (made in Germany)

sunglasses: here via Paul Smith (handmade in Italy)

necklace: here via DaWanda (handmade in Germany)

backpack: similar one here via Matt&Nat (vegan, linings made from recycled plastic bottles)

watch: similar one here via Holzkern Uhren (watches and sunglasses made from sustainable materials like wood or stone)

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  • hey, ich finde es super, dass du auf die fülle deines kleiderschrankes achtest, denn auch ich musste feststellen, dass ich viel zu viel bekleidung habe und habe mir fest vorgenommen, erst einmal nichts neues zu kaufen.
    hab einen guten start in die woche!

    • So einen Shopping-Stop hab’ ich mir auch mal auferlegt – es war fast schon befreiend. Ich musste dann zwangsläufig mit schon vorhandenen Kleidungsstücken Outfits zaubern – und es stellte sich als viel weniger schwer heraus als erwartet 🙂

  • Liebe Eva!

    Das ist ja megaklasse, dass dich mein Artikel so zum Nachdenken, Handeln und Schreiben motiviert hat! Ich freue mich riesig darüber, das ist eine so tolle Nachricht! 🙂

    Ich mag deine Vorgehensweise, dich mit dem Inhalt deines Kleiderschrankes auseinanderzusetzen, sehr. Ich glaube, sie bietet ein gutes Grundgerüst an Orientierung, wenn man nicht genau weiß, wie man zu beginnen hat angesichts dieser riesigen Klamottenberge, die man ja durchaus mit der Zeit angehäuft haben kann.
    Besonders gut gefällt mir, dass du auf den emotionalen Aspekt eingehst – ich glaube, das ist wirklich derjenige, der uns am meisten am effektiven Ausmisten hindert: Wir glauben, wir identifizieren uns über diese Dinge und das, was wir mit ihnen erlebt haben. Dabei sind die Erinnerungen doch schon in uns selbst verankert – und abgesehen davon: Wenn die entsprechenden Erinnerungs-Auffrischer das ganze Jahr in der dunklen Ecke des Schrankes vermodern, erfüllen sie ja nicht einmal mehr diesen Zweck des nostalgischen Erinnern-Wollens. 😉

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Liebe Jenni,

      dein Artikel ist wirklich ganz wundervoll verfasst und hat Einiges in mir ausgelöst. Vielen Dank nochmal dafür!
      Ich habe schon ziemlich viel ausgemistet – ein bisschen was steht aber noch an, ich bin aber total motiviert und freue mich auf meinen reduzierten Kleiderschrank 😀

  • Vielen Dank für den spannenden Artikel!

    Ich habe mir irgendwann einmal vorgenommen, für jedes neue Teil ein altes auszumisten. Und auch wirklich erst dann zu kaufen, wenn es nötig ist.

    Erfahrungsgemäß hat man dann immer noch ein paar Sachen zuviel im Schrank. 😉

    Liebe Grüße

    Jens

    • Hallo lieber Jens,

      freue mich sehr über dein Lob zu meinem Beitrag! Und wirklich sehr vorbildlich von dir, dass du das mit dem “Nie mehr rein als raus” sogar schon so handhabst – ich bin auch am Weg dorthin 🙂

  • Liebe Eva,

    Ich finde es wunderbar, dass du dich mit dem Thema beschäftigst.
    Ich reduziere meinen Kleiderschrank auch schon seit einer Weile – zwar nicht auf eine bestimmte Stückzahl, aber trotzdem sehr bewusst.
    Tatsächlich trage auch ich nur geschätzte 40% von meinen Hab&Gut 😉
    Aber es wird immer besser.

    Ich suche nur immer noch nach einer geeigneten Lösung die Sachen weiter zu geben. Etwas das wirklich Sinn macht.
    Wo hast du deine Kleidung hingegeben?

    Die Fotos sind übrigens herzallerliebst.
    Wirklich wunderschön!

    Liebst,
    Amina

    • Danke für deine lieben Worte, das schätze ich sehr. Ich hab’ dir e schon geschrieben – das “Was passiert nach dem Ausmisten mit den Sachen?” konnte ich mir auch noch nicht so richtig beantworten..