MY WEEK: Wahl & Waldseilpark

Vor genau einer Woche zitterte ich einem bestimmten Moment entgegen: Der Bekanntgabe unseres neuen Bundespräsidenten durch den Innenminister. So aufgeregt und hibbelig habe ich selten einem politischen Ereignis entgegengeblickt – besser gesagt noch nie. Auch wenn ich fleißig wählen gegangen bin, war es mir eigentlich bisher egal, wie der Wahlausgang sein würde, immerhin war ja auch bis vor Kurzem kaum Platz für Überraschungen oder Spekulationen.

Zwei Parteien hatten bis dato den Großteil der Regierungen, des Parlaments und der Präsidenten gestellt – Schwarz und Rot.

Und dann – ganz plötzlich, als hätte man einen imaginären Schalter umgelegt, wählte bei dieser Präsidentschaftswahl kaum mehr einer Schwarz oder Rot. Ein Wink mit dem Zaunpfahl an die Regierung, ja natürlich, aber trotzdem überraschend.

Zwei vollkommen unterschiedliche Kanditaten, charakterlich, äußerlich, von ihren Ansichten her, mit komplett unterschiedlichen Parteien hinter sich – knapp 50% der Wählerstimmen für jeden. Ist unser Land nun gespalten?

Ich würde behaupten: Nein.

Wenn nur zwei Kandidaten zur Auswahl stehen, wie es also bei einer Stichwahl der Fall ist, kann man doch nicht von einer Spaltung sprechen. Ich würde eher denen rechtgeben, die sagen, Österreich ist nicht gespalten, sondern politisiert. Selten haben sich in der Vergangenheit so viele Menschen für einen Wahlkampf interessiert, sich in sozialen Netzwerken (mal mehr, mal weniger kultiviert) für “ihren” Kandidaten eingesetzt und TV-Debatten verfolgt als wären es Endrunden der Fußball-WM. Durch diese intensive Auseinandersetzung mit den Kandidaten führte das Wahlergebnis eben in eine andere Richtung als früher, als die Leute noch traditionell “ihre” zwei Parteien wählten, immer wieder und wieder, häufig eben ohne genau zu hinterfragen, wofür diese denn nun stehen oder was sie bewirken wollen.

Und diese Politisierung ist doch in der Theorie eine super Sache – auch wenn sie in der Praxis zu manch unerfreulichen Auseinandersetzungen führte.

Ich für meinen Teil bin jedenfalls zufrieden, wenn nicht sogar hoch erfreut, über den Ausgang der Wahl – diejenigen, die es nicht sind zufriedenzustimmen, ist jetzt wohl Aufgabe der Regierung.

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In luftigen Höhen: Waldseilpark Wien

Was ich letzte Woche außerdem erlebt habe: Meinen ersten Besuch in einem Hochseilgarten. Mitten im Wald. Mitten in Wien. Der “Waldseilpark” liegt am Kahlenberg (gut erreichbar mit der U4 bis Heiligenstadt und von dort mit dem 38a bis Kahlenberg), etwa 10 Minuten Gehweg von der Aussichtsplattform entfernt und hat es wirklich in sich. Nach einer kurzen Einschulung durch einen der Guides kann man das soeben Gehörte auch nochmal bodennah testen. Dann wird man auch schon entlassen und darf sich selbst aussuchen, welche Parcours man bewältigen möchte. Es gibt 3 verschiedene Schwierigkeitsgrade: Blau, Rot und Schwarz. Blau und Rot sind auch für Kinder (in Erwachsenenbegleitung) geeignet, bei schwarzen Parcours dürfen nur Erwachsene ran. Ein paar Mal ging mir, um es salopp auszudrücken, in so manch schwindelerregender Höhe ziemlich die Pumpe (obwohl ich normalerweise keine Höhenangst habe). Im Endeffekt war aber alles machbar und der Spaßfaktor sehr hoch. Mehr Infos zu den Preisen, Öffnungszeiten und der Anfahrt findet ihr hier.

 

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