Winterliches Fair Fashion Outfit: Grüne Erde meets Mützenmafia

Sich nach einem Spaziergang mit Kuschelsocken und einer heißen Tasse Kakao zuhause einmummeln und in einem guten Buch schmökern: Ich habe absolut nichts gegen die kalte Jahreszeit! Mein winterliches Fair Fashion Outfit soll auch Dich dazu inspirieren, frohen Mutes den Winter zu überstehen – sag‘ grauen Nebeltagen einfach mit einer Portion Farbe den Kampf an!

Wer sich als nachhaltig agierender und tierlieber Mensch einen Mantel für die kalte Jahreszeit kaufen möchte, muss sich früher oder später die Frage stellen: Wärmende Wolle, gewonnen von Tieren – oder die vegane Alternative, häufig aus erdölbasiertem Kunstoff?

2016 habe ich mir meinen liebsten Parka vom Label Elvine gekauft. Zu 100 % ohne tierische Bestandteile, also vegan.
Jetzt, zwei Jahre später, trage ich ihn immer noch gerne – aber nicht mehr mit so gutem Gewissen wie damals. Der Grund dafür? Der Parka besteht gänzlich aus Plastik, innen und außen. „Polyester besteht aus Erdöl und es ist ein Produkt, das sich nicht biologisch abbaut“, so Prof. Friederike von Wedel-Parlow, Leiterin des Masterstudiengangs „Sustainability in Fashion“ in Berlin. Wenn man Polyester nicht recycled , gelangt es häufig in die Meere oder die Natur und richtet dort großen Schaden an.

Die von mir bevorzugte Alternative? Auch wenn sie von Tieren stammt: Mittlerweile hat Wolle mein Herz wieder erobert.
Wie jetzt? Und was ist nun mit der Problematik des Tierleids?
Natürlich lege ich auch darauf wert: Die Gewinnung von Wolle und der artgerechte Umgang mit Tieren schließen sich nämlich nicht zwangsläufig aus.

Warum Wolle?

Der Vorteil von Kunststoffen ist gleichzeitig auch ihr gravierender Nachteil: Sie sind ewig haltbar, formbeständig, kaum abbaubar. Plastik braucht unterschiedlich lange, um zu zerfallen – eine PET-Flasche beispielsweise stolze 450 Jahre. Angesichts dieser langen Haltbarkeitsdauer wird klar, welche Auswirkungen Mikroplastik aus Kunststofffasern auf unsere Umwelt haben kann: Jedes Mal, wenn ein Kleidungsstück aus Fasern wie Polyester, Polyamid oder Acryl gewaschen wird, landen winzige Fusseln der Plastikfäden im Abwasser der Waschmaschine. Einer Studie von Wissenschaftlern mehrerer Universitäten zufolge, kann ein Kleidungsstück aus Kunststoff bei einem Waschgang an die 1.900 Fasern verlieren. Diese winzigen Fasern gelangen über das Abwasser in die Flüsse – Klärwerke sind meist nicht in der Lage, die mikroskopisch kleinen Partikel herauszufiltern. Die Flüsse tragen dieses Mikroplastik dann in die Weltmeere.

Mir wurde also bewusst: Kleidung aus Kunststoffen ist keine Lösung für mich. Was nun also anziehen im Winter? Zwiebellook hin oder her – in Mänteln aus Baumwolle friere ich meist und nicht-tierische Alternativen zur wärmenden Wolle sind (noch) sehr teuer bzw. spärlich vorhanden.

Alternativen müssen aber auch nicht unbedingt sein: Wolle an sich ist nämlich eine umweltschonende Faser, die unter den richtigen Bedingungen auch kein Tierleid mit sich bringt.

Um zuerst auf den Umweltaspekt einzugehen: Für die Herstellung von Wollfasern wird weniger Energie benötigt als für die von Baumwolle. Warum das so ist? Wolle muss viel weniger gewässert werden, was Ressourcen spart.
Weitere Vorteile im Vergleich zu Baumwolle: Wolle wird seit Jahrtausenden für ihre selbstreinigenden und wärmenden Eigenschaften geschätzt. So ist sie in der Lage, Feuchtigkeit zu speichern, sich aber nicht feucht anzufühlen und  temperaturausgleichend zu wirken. Wolle wärmt also im Winter und kühlt im Sommer.

Fair Fashion Outfit mit Mantel von Grüne Erde und Stirnband von Mützenmafia. Lifestyle Blog über faire Mode, Nachhaltigkeit und veganes Essen.

Über die Ethik bei der Gewinnung von Wolle

Leider ist Wolle als nachhaltiges Material in Verruf geraten – und das zurecht: Wie auch für die Fleischproduktion werden zur Gewinnung von Wolle Tiere unter den unwürdigsten Bedingungen gehalten und behandelt. Zusammengepfercht, fehlernährt und respektlos – wie vor allem die Praktik des Mulesing zeigt:
Dabei werden, vorwiegend bei Merinowollschafen, große Hautbereiche rund um die Schwanzpartie der Schafe entfernt. Dies soll dem Befall von Fliegen vorbeugen. Dieser tritt aber nur auf, weil die Schafe so überzüchtet sind und viel zu viel Wolle tragen.

Ganz klar: Solche Bedingungen möchte ich keinesfalls unterstützen. Daher setze ich auf Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung – beispielsweise von Grüne Erde oder Hessnatur.
Was man unter kontrolliert biologischer Tierhaltung versteht? Die kontrolliert biologische Tierhaltung, kurz kbT, die gemäß den Richtlinien für ökologischen Landbau erfolgt,

  • muss an die Klima- und Lebensbedingungen der Region bestmöglich angepasst werden.
  • Die Tiere müssen artgerecht gehalten werden und die Haltung im Einklang mit der Natur geschehen.
  • Die Verfütterung von gentechnisch veränderten Pflanzen sowie der Einsatz von Masthilfsmitteln ist bei kbT verboten.
  • Die Tiere müssen die Möglichkeit haben, sich auf natürliche Art und Weise fortzupflanzen – tierschutzrelevante Eingriffe am Tier, wie das Kupieren des Schwanzes oder das weiter oben erwähnte Mulesing, sind strengstens verboten.
  • kbT-Schurwolle ist außerdem frei von Pestiziden und Insektiziden – was sowohl für die Tiere, als auch für den Boden, auf dem die Tiere grasen, gilt. Kontrolliert biologische Tierhaltung wird durch unabhängige Institutionen überprüft und zertifiziert.

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Winterliches Fair Fashion Outfit: Schurwollmantel von Grüne Erde und gestricktes Stirnband von der Mützenmafia

Auf den Outfit-Fotos des heutigen Beitrags trage ich einen Mantel von Grüne Erde, der aus kontrolliert biologischer Wolle besteht und ein wärmendes Strickstirnband des jungen Labels Mützenmafia* aus Österreich. Die kuscheligen Stirnbänder und Mützen werden in liebevoller Handarbeit in Österreich gefertigt.

Der Mantel in sattem Rot hat einen besonderen Schnitt – nicht tailliert, sondern eher A-linienförmig. Ich empfinde den Schnitt als gelungene Abwechslung! Und falls ich den Mantel eines Tages doch tailliert tragen möchte, verwende ich einfach einen schmalen Gürtel.

Fair Fashion Outfit mit Mantel von Grüne Erde und Stirnband von Mützenmafia. Lifestyle Blog über faire Mode, Nachhaltigkeit und veganes Essen.

Passend zu der Farbe des Mantels habe ich mich für eine kleine Tasche der Cambridge Satchel Comany entschieden. Das Label produziert in Großbritannien und hat Taschen in den verschiedensten Formen und Farben im Sortiment – zu durchaus leistbaren Preisen.

Für mich als Sneaker-Fan ist die kalte Jahreszeit nicht immer ein Segen. Meist ist es nämlich zu frostig, um in den bequemen Tretern durch die Gegend zu laufen. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich die neuen gefütterten Sneakers* von GORE zugeschickt bekommen habe. Sie sind mit der atmungsaktiven GORE-TEX@ Membran ausgestattet – und vereinen damit Funktionalität und Style.

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