Mehr Minimalismus im Kleiderschrank mit der KonMari-Methode

Besser gekleidet mit weniger Klamotten? Klingt zu schön um wahr zu sein? Ist aber definitiv möglich! In diesem Beitrag verrate ich Dir, wie Du mit der KonMari-Methode ganz einfach und mit System für mehr Minimalismus im Kleiderschrank sorgen kannst.

Vor einiger Zeit habe ich Dir in einem Blogbeitrag schon das Prinzip der Capsule Wardrobe näher gebracht. So toll es sich auch anhört, mit weniger Kleidung mehr anzuziehen zu haben: Wenn im Kleiderschrank das absolute Chaos wütet und sich unüberschaubare Massen an Klamotten darin stapeln, fehlt häufig die Motivation, überhaupt mit dem Ausmisten zu beginnen – weil man nicht wirklich weiß wo.

Hier kann die KonMari-Methode Abhilfe schaffen: Die „Magic-Cleaning“-Philosophie von Marie Kondo – gerade ‚mal 30-jährige Profi-Aufräumerin – ist ihre Strategie für ein einfach ordentlicheres Leben. Sie eroberte mit ihrem Buch sogar Platz 1 der Bestsellerliste der „New York Times“.

Was steckt nun hinter der KonMari-Methode? Und wie kann sie Dir zu mehr Minimalismus im Kleiderschrank verhelfen?

Die Antwort ist simpel: Mithilfe dieser Methode bekommt Ausmisten eine Struktur bzw. ein System – und wird Dir daher viel leichter fallen. Aber nun legen wir ‚mal los: Es folgen Deine ersten Schritte in Richtung aufgeräumter, reduzierter Kleiderschrank, aus dem Du mehr herausholen kannst als je zuvor!

Minimalismus im Kleiderschrank: Warum möchte ich aufräumen?

In diesem Schritt lädt Marie Kondo dazu ein, sich Gedanken darüber zu machen, warum man Ordnung schaffen möchte. Was ist die eigene Motivation dahinter? Sie empfiehlt sich hierfür, den Lebensstil vorzustellen, den wir führen möchten – wie also Dein ideales Lebens aussehen würde. Das ist natürlich von Mensch zu Mensch verschieden – mein idealer Lebensstil würde beispielsweise in etwa so aussehen:

Ich mag helle Räume, die keinesfalls steril wirken dürfen – mit vielen Pflanzen und gemütlichen, aber stylischen Möbeln, gern auch Vintage-Stücke vom Flohmarkt. Da ich von zuhause aus arbeite, sollte die Wohnung immer ordentlich sein, damit ich mich und meine Gedanken in dieser Ordnung gut entfalten kann. Tische sollen frei von unnützem Papierkram und anderen herumliegendem Ramsch sein. Alle Möbel, Geräte und auch die Deko in der Wohnung machen mir Freude und belasten mich nicht, indem sie z.B. Platz verschwenden. Mein Kleiderschrank soll gut sortiert sein, die Kleidung darin hochwertig und langlebig sowie von Marken, die fair und nachhaltig arbeiten. Dafür kaufe ich gerne weniger, aber gebe für die Kleidung, die ich wirklich brauche, mehr Geld aus. Ich mag es, wenn Kleidungsstücke nach Kategorien sortiert sind, damit ich alles schnell finde – also Jeans zu Jeans, Blusen zu Blusen, Pullover zu Pullover, etc. Außerdem bevorzuge ich es, wenn meine Kleidung im Schrank hängt. 

Minimalismus im Kleiderschrank mit der Konmari Methode

Spüre in Dich hinein: Macht mir dieses Kleidungsstück Freude?

Das Besondere an der KonMari-Methode: Man entscheidet nicht nach willkürlich festgelegten Regeln, ob ein Ding bleibt oder gehen muss (z.B.: Alles, was seit einem Jahr nicht mehr getragen wurde, verschwindet).
Der Ansatz ist ein völlig anderer: Bei dieser Methode wird jeder Gegenstand einzeln in die Hand genommen und auf das Gefühl, das er in Dir hervorruft, geachtet: Macht er Dich froh? Gibt er Dir ein gutes Gefühl? Dann bleibt er!
Wenn Du bei manchen Sachen nichts fühlst oder sie dich gar belasten – dann schnell weg damit. Das Ziel der Methode ist, Dich ausschließlich mit Dingen zu umgeben, die Dir Freude bereiten.

Diese völlig neue Herangehensweise fühlt sich zuerst einmal seltsam an. Fragte man sich vorher noch bei jedem Kleidungsstück Dinge wie: „Ist das nützlich?“, „Wann hatte ich das das letzte Mal an?“, „Ist das noch brauchbar?“ – soll man bei der KonMari-Methode frei aus dem Bauch heraus entscheiden, ob das Ding bleibt oder nicht. Schlicht und einfach nach dem Kriterium, ob es uns glücklich macht.

Dies klingt zwar im ersten Moment noch schwieriger – vor allem für einen emotionalen Menschen, wie auch ich es bin. An jedem Shirt, jeder Hose, jedem Schuh haftet eine bestimmte Erinnerung. Und die gehen zu lassen, fällt besonders schwer. Nachdem man sich aber die ersten 1-2 Male bewusst dafür entschieden hat, sich von etwas zu trennen – weil es eben nicht mehr glücklich macht, sondern man es nur wegen einer Erinnerung behalten würde – fällt das intuitive Ausmisten plötzlich viel leichter. Meiner Meinung nach sogar leichter, als wenn man sich ständig fragt: „Brauche ich das noch?“ und dabei eine Vielzahl an (meist nie eintreffenden) Eventualitäten abwägt, die das Behalten des Kleidungsstückes rechtfertigen würden.

Eine wichtige Entscheidungshilfe ist der zu Beginn festgelegte individuelle „Ideal-Lebensstil“. Du kannst Dich also bei jedem Kleidungsstück fragen, ob es in diesen Lebensstil passen und Dich dann froh machen würde.

Positiv denken: Du entscheidest Dich FÜR etwas

Sehr besonders und erfrischend anders an dieser Methode des Ausmistens finde ich auch die Tatsache, dass man sich nicht vor Augen hält „Ich muss Dinge entsorgen“, sondern nach dem Motto „Ich behalte Dinge, die mich glücklich machen“ vorgeht. Das gibt dem Ganzen eine andere Dynamik, man fühlt sich viel besser dabei – und es fällt einfach leichter, das Positive in diesem Vorgang zu sehen. So macht Ausmisten Spaß! Marie Kondo sagt dazu:

„Um die Dinge, die wir behalten, richtig wertzuschätzen, müssen diejenigen, die ihre Aufgabe erfüllt haben, weggeworfen werden.“

Alles hat seinen festen Platz: Die Macht der Übersichtlichkeit

Die Dinge, die Dir Freude bereiten oder schlichtweg für den Alltag notwendig sind – wie beispielsweise ein Paar Gummistiefel – werden an einem fixen Ort aufbewahrt. Es empfiehlt sich für Kleidung ordentliches Falten oder Aufhängen in Kategorien, um alles immer schnell griffbereit zu haben und auch Platz zu sparen.

So stehst Du morgens vor Deinem reduziertem Kleiderschrank und wirst in wenigen Sekunden entscheiden können, was Du anziehen möchtest – da alles ordentlich vor Dir liegt oder hängt. Viel zu oft habe ich nach einem bestimmten Teil gesucht, dass ich für ein bestimmtes Outfit benötigt hätte – um dann nach ewig langem Suchen doch etwas ganz Anderes anzuziehen, da ich genau dieses Teil in meinem Chaos nicht gefunden habe. Mit der KonMari-Methode kann dies nicht passieren – sofern Du nach dem Verwenden auch immer alles an seinen festen Platz zurücklegst. Die Stücke, die dir wirklich gefallen – Deine Lieblingsstücke – gehen nach dem Ausmisten endlich nicht mehr zwischen dutzenden Schrankleichen unter.

Mein Fazit: Die Ausmist-Methode von Marie Kondo für mehr Minimalismus im Kleiderschrank

Ich bin der Ansicht, dass die KonMari-Methode, vom ostasiatischen, buddhistischen Denken geprägt (das einen sehr reflektierten, bewussten Umgang mit Phänomenen wie „Leere“ oder „Stille“ kennt) unserer westlichen „Mehr ist mehr“-Mentalität durchaus wertvolle Impulse geben kann. Insofern ist diese Methode vor allem für Menschen, denen es schwer fällt, mit dem Ausmisten überhaupt erst zu beginnen, sehr geeignet. Das bewusste Erleben der einzelnen Kleidungsstücke im Schrank ist äußerst hilfreich dabei, Dich nur für Dinge zu entscheiden, die Dir auch wirklich Mehrwert bieten.

Am besten immer mit dem Gedanken im Hinterkopf: Achtsam ausgewählte, genutzte und erhaltene Dinge vermitteln weit mehr Freiheit, Freude und Individualität, als vollgestopfte Wohnungen und Schränke, die die bittere Folge des Konsumwahns verkörpern.

Minimalismus im Kleiderschrank

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