FIT IN VIENNA – TESTED: 4 GYMS AND 1 CROSSFIT BOX

Mehr als zwei Jahre sind es mittlerweile, die ich in Wien verbracht habe – ausreichend Zeit, einige Fitnesstudios auf ihre Studentenfreundlichkeit, ihr Preis-Leistungsverhältnis und ihre Ausstattung zu prüfen.

Unter anderem war ich schon angemeldet im:

John Harris Schillerplatz

McFit Lugner City, Maria-Hilfer-Straße und Innsbruck

Circle Gym

in der Körperstadt Kaiserstraße und der

Crosszone Währing (Crossfit)

Beginnen wir mit dem John Harris am Schillerplatz, genauer in der Nibelungengasse, unweit vom Museumsquartier. Hervorzuheben ist hier natürlich die zentrale Lage, sowie die gute Anbindung durch die Öffis. Außerdem kann man sich über freundliches und meist wirklich hilfsbereites Personal freuen. Die einmalige Einschreibgebühr liegt für Studenten bei 90€. Man kann wählen zwischen einem Off-Peak-Vertrag, der es einem ermöglicht, jeden Tag bis 17:00 Uhr zu trainieren und einem Vertrag, mit dem man das Fitnessstudio durchgehend während der Öffnungszeiten besuchen kann. Option Nummer 1 schlägt mit 59€ zu Buche, die zweite Option mit 79€ monatlich.
Das Studio ist wirklich riesig und wunderschön gestaltet, ihr könnt euch auf der Website von John Harris ein Bild davon machen. Die Ausstattung lässt absolut keine Wünsche offen, euch stehen ein großer Freihantelbereich, ein Käfig mit Widerstandsbändern, etc., Lifting-Racks, die verschiedensten modernen Geräte, viel Cardio-Equipment, Powerplates, ein abgetrennter Dehnbereich, Solarien, Infrarot-Kabine, Sauna und Dampfbad mit eigenem Damenbereich, ein kleiner Pool und Whirlpool und ein Loungebereich zur Verfügung. Zusätzlich sind alle Kurse, wie Yoga, Pilates, Step, etc. im monatlichen Preis integriert und die meisten davon sind wirklich empfehlenswert, da die jeweiligen Trainer sich viel Mühe geben und wissen, was sie tun.

Zur Anmeldung bekommt man eine gratis Stunde mit einem Personal Trainer seiner Wahl, der einem einen Trainingsplan zusammenstellt und die Geräte erklärt – ich habe das aber nicht in Anspruch genommen, da mein Freund schon eine bestimmte Zeit dort trainierte und mir dank seiner langjährigen Trainingserfahrung einen Plan zusammenstellte.

Wenn man bedenkt, was das John Harris alles zu bieten hat, finde ich den Preis schon gerechtfertigt. Man überlege sich nur was z.B. ein Zehnerblock in einem Yogastudio kostet, da rechnet es sich sogar schon, wenn man nur die Kurse besuchen würde.Mir fallen nur wenige negative Aspekte ein: Das Klientel ist ein wenig schicki-micki, manchmal ist deshalb die Atmosphäre dort einfach etwas seltsam. Zu den Stoßzeiten kann es auch wirklich voll werden, deshalb den späten Nachmittag, vor allem montags, eher meiden. Und: Wenn man nicht regelmäßig hingeht, sind 60-80€ pro Monat schon ziemlich viel hinausgeworfenes Geld. Pausieren geht nur aus wichtigen Gründen wie Krankheit o.ä. und das auch nur mit Attest. Es gibt aber die Möglichkeit, sein Abo für einen bestimmten Zeitraum auf jemanden anderen zu überschreiben.

Fortfahren möchte ich mit der Fitnessstudiokette McFit. Deren Studios sind in ganz Europa zu finden und der große Vorteil dabei ist: Man darf in jedem beliebigen Studio trainieren, muss also nicht bei dem bleiben, bei dem man sich angemeldet hat. Für mich, die häufig zwischen Wien und Innsbruck pendelt und in den Ferienzeiten auch ‚mal länger dort verweilt, eine super Sache. Eine Mitgliedschaft kostet 19,99 € im Monat.

Das Studio in der Lugner City in Wien ist relativ neu und das Equipment in Ordnung, es gibt einen eigenen Dehnbereich, einen Boxraum, Getränke- und Sportnahrungsautomaten und es werden die beliebten Cyberkurse wie Yogates, Bodyshape, Spinning, Vibrogym, etc. angeboten. Die sind wirklich mitreißend und haben es in sich. Obwohl kein echter Mensch vor einem herumturnt, sind sie sehr gut aufgebaut. Die Verletzungsgefahr ist natürlich immer höher, wenn niemand da ist, der die Bewegungsabläufe kontrolliert. Hier empfiehlt es sich, zu Beginn einen Trainer zu Rate zu ziehen. Sauna, Dampfbad und andere Wellness-Annehmlichkeiten findet man hier keine vor, das ist für den Preis aber auch zu erwarten. Auch in der Maria-Hilfer-Straße wurde renoviert, hier gibt es aber keine Cyberkurse. Das Studio in Innsbruck gibt es auch erst seit Kurzem, dementsprechend ist alles neu und hier werden ebenfalls Kurse angeboten. Außerdem toll an McFit: Pausiert werden kann bis zu 9 Monaten im Jahr, ohne Angabe von Gründen.

Ein großes Manko an dieser Kette ist wohl das Klientel, vor allem im Freihantelbereich fühlt man sich als Frau schnell als Freiwild. Dies ist aber hauptsächlich zu den Stoßzeiten der Fall, man kann unangenehme Situationen also umgehen, indem man morgens oder am frühen Nachmittag trainiert. Auch die Sauberkeit wird manchmal etwas vernachlässigt, darüber kann man aber dank des wirklich günstigen Preises hinwegsehen.

Das Circle Gym ist ebenfalls eine Kette in Wien (5 Studios: 1. Bezirk, 6. Bezirk, 7. Bezirk, 8. Bezirk, 9. Bezirk) und man kann auch hier in allen um Filialen trainieren. Im Circle Gym ist der Name Programm: Es gibt nur Kraft- und Cardio-Geräte, die in einem Zirkel aufgestellt sind.
Man kann jedes Gerät einfach nacheinander benützen und braucht für alles zusammen ca. eine halbe Stunde. Empfohlen werden 3 Sätze mit 12 Wiederholungen pro Gerät oder solange die Lampe über einem leuchtet. Die Geräte sind auf ein Ganzkörpertraining ausgelegt und in gutem Zustand.  Allgemein sind die Studios sehr sauber.
Man kann sich entweder für 3 Monate oder 1 Jahr binden. Ich habe mich damals für das 3-Monats-Abo entschieden und 33 € pro Monat gezahlt. Wer ein Jahr dabei bleibt, zahlt etwas weniger. Man erhält nach der Anmeldung einen Chip für 12€, mit dem man jederzeit während der Öffnungszeiten in das Studio kommt, denn es sind nicht immer Trainer anwesend. Duschen kann man dort auch und es gibt Schränke zum Versperren der Wertsachen.

Alles in allem ein solides Konzept für Leute, die wenig Zeit haben und trotzdem etwas für ihre körperliche Fitness tun wollen. Die Öffnungszeiten sind sehr arbeitszeitenfreundlich.

Das Fitnessstudio Körperstadt befindet sich im 7. Bezirk in der Kaiserstraße und ist mein persönlicher Favorit. Die Location ist recht klein, aber man findet wirklich alles, was man für ein erfolgreiches Training braucht.

Beim Eingang gibt es einen Loungebereich, im Keller die Umkleiden und den Kursraum, den man übrigends auch außerhalb der Kurse nützen kann. Dort steht allerhand Equipment zur freien Verfügung, wie Reebok-Hantelstangen und Gewichte, Sandbags, Bälle, usw. Der Raum eignet sich super für Bodyweight-Workouts, Bauchübungen oder Dehnen. Hier finden die verschiedensten Kurse statt, angeboten wird z.B. Yoga, Shaolin-Kung-Fu, ein Functional Circle und vieles mehr. Das Studio verfügt auch über ein Dampfbad und eine Sauna.

Oben gibt es dann noch den Kraftbereich mit Freihanteln, Racks, sowie Kraft- und Cradio-Geräten. Trainieren kann man in der Körperstadt als Student um sagenhafte 30€ pro Monat, wenn man sich für ein Jahresabo entscheidet; außerdem gibt es noch ein 4-Monats-Abo, das 40€ monatlich kostet. Wer möchte, kann auch ein Elektrolyt-Getränke-Abo um 4,50 € im Monat abschließen.

Abschließend stelle ich euch die Crosszone in Währing vor. Sie ist nicht mit den obigen Studios zu vergleichen, weil es sich hierbei um eine Crossfit-Box handelt. Wer sich auf Crossfit keinen Reim machen kann, für den gibt es hier die wichtigsten Facts dazu. Zusammengefasst werden kurze, kraft- und ausdauerintensive Workouts angeboten, die einen wirklich an seine Grenzen bringen. Auch vor Gewichten, Langhanteln und einigen Turnübungen sollte man keine Angst haben, das alles ist Teil des Konzepts. Klingt aber schlimmer als es ist – alle Übungen in den Workouts können „gescaled“, also an eure körperliche Verfassung und euren Trainingsfortschritt angepasst werden.

Ein typisches Workout besteht meist aus einem Warm-Up, einem anschließenden Strenght-Teil, also Kraftraning verbunden mit Fertigkeitsübungen, einem etwa 10-15 Minuten dauernden Intensitäts-Workout, auch Metcon (metabolic conditioning) genannt und abschließendem Stretching.

In der Crosszone arbeiten tolle, kompetente Trainer, die wirklich auf jeden individuell eingehen. Ich habe mich immer sehr gut aufgehoben gefühlt. Durch den Umstand, dass die Workouts in der Gruppe betrieben werden, steigt die eigene Motivation und man schafft es wirklich, bis an die Grenzen zu gehen. Zu Beginn besucht man die Basic-Stunden, in denen man die Bewegungsabläufe von Grund auf lernt, man wird also nicht ins kalte Wasser geworfen und muss gleich bei den Routinierteren mitmachen.
Es gibt auch Stunden, in denen man an der eigenen Mobilität, also Beweglichkeit arbeitet, was sehr zu meinem Wohlbefinden, vor allem im Rücken beigetragen hat. Als Student ist regelmäßige Bewegung einfach wahnsinnig wichtig, jeder kennt die ungesunde Haltung mit hochgezogenen und nach vorn hängenden Schultern, die man nach Stunden des Lernens gerne ‚mal einnimmt. Viele der Bewegunglichkeits- und Dehnübungen, die ich in der Crosszone gelernt habe, lassen sich auch ganz easy daheim anwenden.

Die Umkleide ist klein und es gibt nur eine Dusche, aber viel mehr Luxus wird man ohnehin in keiner Crossfit-Box finden. Alles ist schlicht gehalten, einfach ohne viel Schnickschnack, es steht dort primär der eigene Körper und der richtige, kräftigende Umgang damit im Vordergrund. Die Crosszone bietet vielfältiges Equipment und es gibt einzelne Stunden, die sogenannten Open-Gym Zeiten, zu denen man dort auch ohne Trainer üben und trainieren kann.
Die Community ist großartig, man findet schnell Anschluss und unterstützt sich gegenseitig. Crossfit ist für jedermann und -frau geeignet. Das habe ich am Anfang auch bezweifelt, aber mittlerweile bin ich ebenfalls dieser Ansicht. Nur ihr selbst entscheidet, wie weit ihr gehen wollt. Durch die Gruppendynamik bekommt man aber einen richtigen Motivationsschub.

Die Preisgestaltung ist unterschiedlich, hier findet ihr die einzelnen Modelle. Die Preise erscheinen auf den ersten Blick vielleicht etwas hoch, man muss aber bedenken, dass man ständig gecoacht wird und was eine Trainerstunde sonst kosten würde.

Mein Fazit: Alle Studios haben, für das was sie bieten, ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Es kommt aber natürlich sehr auf die individuellen Prioritäten und Vorlieben an, wer gerne in der Gruppe trainiert und sich so richtig auspowern will, ist wahrscheinlich am besten in der Crosszone aufgehoben.
Natürlich wollen viele lieber auf eigene Faust ihr Ding durchziehen, in dem Fall würde ich dann zur Körperstadt tendieren. Sie zeichnet sich einfach durch den besten Preis für das dort Gebotene aus.

 

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